Edy und Brigitte Odermatt
  Seit 2006 im "Wohnmobil" in Südamerika unterwegs.

(312) Neugieriger Besuch

Juli 2008, Brasilien. Im Voraus wurden wir über das gefährliche Brasilien oftmals gewarnt. Übernachten sollten wir ausschliesslich auf Campingplätzen oder Tankstellen. Auf der Pistenfahrt vom Süd- ins Nord-Pantanal ist weder die eine noch die andere Möglichkeit vorhanden. So stoppen wir ganz einfach neben der Piste, schön getarnt.

Geräusche

Nachts schreckt Brigitte hoch, denn sie hört verdächtige Geräusche: ein Rascheln, ein Stöbern…
Plötzlich vernimmt die vor Schreck Erstarrte eine bekannte Stimme: “Wo hast du denn dieses Mal die Schoggi versteckt?” Danach folgt eine ruhige Nacht…

Vor Bonito übernachten wir auf einer Wiese. Am Morgen gibt Brigi beim Aussteigen einen Schreckenslaut von sich. Nahe an ihrem Kopf vorbei fliegt ein Papagei und landet auf der Oberkante unserer offen stehenden Haustür. Schwupp, und ein zweiter gesellt sich dazu. Wir verstehen die Vogelwelt nicht mehr, denn die zwei hocken gelassen auf der Tür. Der eine testet mit seinem Schnabel sogar die Festigkeit der Türdichtung. Aller guten Dinge sind drei - der dritte platziert sich auf die Dachreling. Sie sind recht neugierig und lassen sich auch durch unser Fotografieren nicht stören.
Sogar Amigo, der zum Fenster herausschaut, beeindruckt sie nicht.

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Bunter Besuch (Bild: Edy und Brigitte Odermatt)

Über Brücken musst du fahren

Das Pantanal, das grösste Sumpfgebiet der Erde, hat so seine Pisten. Wir fahren die BR 419 von Aquidauana Richtung Norden, 210km mit toller Landschaft, vielen Tieren, aber kaum Menschen. Während einzelner Strecken sind 25 km/h absolute Spitzenwerte. Ältere und neuere Holzbrücken hat es aber über 70, obschon dies nicht die Wettbewerbsstrecke der Traveller, die Transpantaneira war.

Positives Denken

Wir sind schon seit gut zwei Stunden auf einsamen Pisten unterwegs. Vor uns eine riesige Staubwolke, eine Herde mit unzähligen Brahman-Rindern wird von Gauchos vor uns her getrieben.
Brigi steigt aus, um mich mit Robusto bei der Durchfahrt durch die Herde zu fotografieren.
Ein Gaucho ist etwas nervös und lässt sie nicht mehr aus den Augen!

mui-bravo.jpg

Alles bravo! (Bild: Edy und Brigitte Odermatt)

Als sie wieder einsteigt, frage ich, ob es nicht ein wenig komisch gewesen sei inmitten der vielen Viecher? Sie meint, der Gaucho hätte immer wieder gesagt, die Kühe seien „bravo”.

Da uns die Sache doch etwas komisch vorkommt, schauten wir im Portugiesischen Wörterbuch nach, was denn bravo nun wirklich heisst: “wild” für Tiere!

Weiterführende Links  
Brasilien
Pantanal 
Transpantaneira

Robusto

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