Im Stafetten-Blog berichten abwechselnd alle 3 Wochen Schweizerinnen und Schweizer aus dem Ausland - subjektiv, unterhaltend und authentisch.

  Catherine Beuret
  2005 mit vier Katzen ins Burgund (Charolais) ausgewandert.

(429) Nur das Röstirezept gibts gratis

In der Schweiz rufe ich in die Arztpraxis an und vereinbare mit der Arzthelferin einen Termin. Rufe ich in Frankreich an, ist der Arzt selbst am Telefon. Das ist normal. Der Allgemeinpraktiker ist allein in seinem Cabinet. Da hat es lediglich eine Untersuchungsliege. Er verfügt über ein Gerät für Blutdruck-Messung, eine Waage und ein Stethoskop. Damit hat es sich.

Von vitalem Interesse: Die Carte Vitale

Als Erstes verlangt er die Carte Vitale. Habe ich nicht, bin in der Schweiz versichert. Also wird er mir eine Rechnung für die Versicherung erstellen und ich zahle am Schluss der Konsultation. Sehr nützlich ist es, im Voraus den medizinischen Wortschatz zu erweitern. Der Arzt spricht ausschliesslich Französisch. Vielleicht gesteht er nach dreijähriger Bekanntschaft, dass er mal in der Schule Deutsch hatte und den Militärdienst in Deutschland absolvierte. Die Consultation dauert so circa 15 Minuten und kostet 22 Euro. Alles andere wird verschrieben. Das kann sein: ein Rezept für die Blutentnahme bei der Gemeindeschwester (4.50), ein Auftrag für ein frei wählbares Labor, ein Auftrag für den Radiologen, eine Überweisung zu einem Spezialisten. Überall zahle ich auf der Stelle. In der Apotheke zahle ich ohne Carte Vitale ebenfalls sofort. Nur auf spezielles Rezept kriege ich Medikamente für mehrere Monate. Üblicherweise geht man jeden Monat sein Medikament holen. Den Spezialisten wählt man mit dem Arzt zusammen. Alle anderen Involvierten muss ich selber finden. Apropos Medikamente: Noch nie sah ich Leute mit so grossen Säcken voller Medikamente die Apotheken verlassen. Sämtliche Laborergebnisse, Röntgen- und Ultraschallaufnahmen werden mir übergeben. Das zum Thema “mündiger Patient”.

Das tut weh

Hauspflege gibt es auch. Ein Mahlzeitendienst kann angefordert werden. Notruf-Zentralen stehen zur Verfügung. Problematisch ist jedoch die zukünftige ärztliche Versorgung auf dem Lande. Keiner will mehr aufs Land. Also werden in ganz Frankreich Ärzte gesucht. Ich wechselte den Arzt einmal. Der Erste wusste schon bevor ich mich gesetzt hatte, was mir fehlte. Er verschrieb mir einen Sack Schmerzmittel, obwohl ich gar keine Schmerzen hatte.

Kostenloses Rezept - die Ausnahme

Mein heutiger Arzt (hier die ungewöhnliche Arztpraxis: das Haus des ehemaligen Priors) wechselt immer auch noch persönliche Worte mit mir. Er hat beste Erinnerungen an seine Tante am Genfersee und war sehr erfreut, als ich ihm von den vielgeliebten Cailler-Stängeli brachte. Später erkundigte er sich über die Zubereitung von Rösti. Jetzt ist er im Besitz einer Röstiraffel und eines Rezeptes. Für dieses Rezept verlangte ich kein Honorar.

Die Schweizer Krankenversicherung (Basis und Privat) konnte ich behalten. Da die Basisversicherungs-Beiträge in Frankreich auf die Höhe des steuerbaren Einkommens berechnet werden, rentiert sich mein Verbleib bei der alten Kasse. Das Abrechnen ist aufwendig. Jede Rechnung und alle Rezepte, meistens im Format A4, müssen vorgelegt werden. Also auch die Rechnung von Euro 4.50 für die Blutentnahme bei der Gemeindeschwester. Aber was tut man nicht alles für einen guten Zweck!

Fazit: Immer schön gesund bleiben.

Weiterführende Links  

Haus des ehemaligen Priors

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  Markus Dietschy
  Seit 2001 als "Pendler" in Recife (BRA)

(411) LULA - IPTU - SUS

LULA - so wird der jetzige Präsident vom Volk genannt. Sein voller Name wäre: [Weiterlesen …]

  Richard Züsli, Careguide
  

(410) SF TV: Auf und davon

Hinweis: Am 4. September startet die fünfteilige TV-Serie «Auf und davon» im Schweizer Fernsehen. Die Serie berichtet von ausgewanderten Schweizerinnen und Schweizern. Die pensionierten Auswanderer vertritt der ehemalige «Tagesschau»-Moderator Hansjörg Enz. Er lebt als Entwicklungshelfer im Kongo.

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Weiterführende Links 
TV-Serie «Auf und davon»

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  Elisabeth Hilfiker
  2002 nach Apulien (ITA) ausgewandert.

(380) Grazie a dio: ein neues Hüftgelenk

Leider war mir nie eine starke körperliche Gesundheit gegeben. Bei meiner Geburt lag ein [Weiterlesen …]

8 Personen mögen diesen Eintrag.
  Hanspeter Zgraggen
  Seit 2003 mit Ehefrau Graciela in Nicaragua.

(366) Herz, was begehrst du mehr?

Ein Witz. Doch keiner. Oder doch?? Da bekam ich gestern von Freund und Careguide-Betreiber Richard Züsli einen Witz zugespielt, den dieser ebenfalls von einem [Weiterlesen …]

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  Hanspeter Zgraggen
  Seit 2003 mit Ehefrau Graciela in Nicaragua.

(364) Am siebten Tag sollst du ruhn…

Zwar fängt mein Sonntag “erst” um fünf Uhr früh an,  doch wie wochentags mit dem Sichten der Mails. Als gegen halb sieben der Berg [Weiterlesen …]

  Alfredo Marti
  Seit 1998 mit Ehefrau Anita an der Costa Dorada (ESP).

(342) Gut versorgt als Allgemeinpatient

Wie ich im letzten Beitrag berichtete, waren wir in Spanien zunächst privat versichert. Einige Zeit später haben wir zur sozialen (gesetzlichen) Versicherung gewechsel. Der grösste Teil [Weiterlesen …]

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  Alfredo Marti
  Seit 1998 mit Ehefrau Anita an der Costa Dorada (ESP).

(341) Ernstfall Meningitis

Bevor wir nach Spanien ausgewandert sind, haben wir uns natürlich gründlich informiert. Dazu gehörte auch die Gesundheitsversorgung. Wir hatten schon ein bisschen Bedenken, [Weiterlesen …]

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  Ingrid Stocker Spitzers
  2007 in die Bresse (FRA) ausgewandert

(322) Vom Gesundheitswesen erfasst

Nachdem ich meine “Carte Vitale” von der französischen Krankenkasse (CPAM) erhalten hatte, konnte ich mir meinen Hausarzt auswählen. Bei jedem Arztbesuch wird diese Carte Vitale verlangt. [Weiterlesen …]

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  Vreni und Helmut Heinrich
  2001 nach Oberösterreich ausgewandert.

(279) Kupfermuckn

In der Aufnahmestation im Krankenhaus der Elisabethinen sitzt eine mir sehr lieb gewordene Ordensfrau. Immer wenn ich in der Stadt bin und Zeit habe, besuche ich sie. Wir absolvierten gemeinsam den Grundkurs für die Hospizarbeit. [Weiterlesen …]

  Vreni und Helmut Heinrich
  2001 nach Oberösterreich ausgewandert.

(278) Zu den “Brüdern” oder zu den “Lieseln”?

Wie auch an vielen anderen Orten wurden einige Krankenhäuser in Linz von Orden gegründet. Im Volksmund heißt es dann: „Ich gehe zu den Lieseln”, wenn das Elisabethinen-Krankenhaus gemeint ist. [Weiterlesen …]

  Vreni und Helmut Heinrich
  2001 nach Oberösterreich ausgewandert.

(277) Ein Auge zudrücken?

Gestern hieß es für uns wieder einmal den Wecker richten, ich musste um sieben Uhr früh in Linz sein. Helmut fährt mit mir hinunter in die Stadt, um für sich selber [Weiterlesen …]

  Ueli Bugmann
  2008 mit Miriam nach Argentinien ausgewandert.

(269) Wie geht’s uns denn heute?

Mit diesem Blog-Eintrag geben wir weiter nach Österreich an Vreni und Helmut Heinrich. Es gäbe noch sehr viel zu erzählen (vielleicht in einer späteren Stafette, wenn wir uns ganz eingelebt haben). [Weiterlesen …]

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  Ueli Bugmann
  2008 mit Miriam nach Argentinien ausgewandert.

(263) Das Ticken der Latino-Uhren

Ungemach kündigt sich am Montag an. Sch…Wetter, kalt, Schneetreiben. Auf zur Bank. Warten. Ach ja, wir sollen anrufen und die Karte bewilligen lassen. Das könnte einem ja auch mal jemand sagen! [Weiterlesen …]

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  Christa Morf
  Seit 1998 auf Hawaii (USA)

(243) Leibesübungen und Selbstverantwortung

Als Schweizerin war ich es gewohnt, eine Krankenversicherung zu haben. Als Ausländerin habe ich gelernt, damit zu leben, dass ich keine Krankenversicherung habe. Ich bin im Zwiespalt und würde [Weiterlesen …]

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  Hildegard-Maria Bertschy
  Seit 2000 mit Ehemann Heinz an der Costa Blanca (ESP)

(232) Abholen der alten Dame

Heinz fährt heute am Mittag nach Alicante zum Flughafen, um eine gehbehinderte alte Dame mit Rollstuhl abzuholen. Sie kommt mit einem betreuten Flug [Weiterlesen …]

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  Hildegard-Maria Bertschy
  Seit 2000 mit Ehemann Heinz an der Costa Blanca (ESP)

(223) Hilfe- oder pflegebedürftig in Spanien

Es gibt viele Menschen, die ihren Lebensabend im Süden verbringen und dabei nicht im Entferntesten an den Krankheitsfall denken. Es kommt dazu, dass sie die Landessprache nicht beherschen. Klar gibt es hier auch sehr gute deutschsprachige Ärzte, [Weiterlesen …]

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  Jean-Pierre und Hanna Molliet
  2006 und 2007 in Caacupé (PAR)

(211) Gestrandet

Unsere Fluggesellschaft geht jetzt auch noch pleite. Wir lernen, wie man Benzin mit Wasser panscht.

Nur fliegen wäre schöner (Pdf)

  Frieda M. Steinruck
  Seit 2006 auf Gran Canaria (ESP)

(202) Selbsthilfenetz und Notrufknopf auf den Kanaren

Ein Blick über den Zaun kann nichts schaden. Mein Thema heute sind die erfolgreichen Aktivitäten des deutschen Konsulats zum Aufbau von Nachbarschaftsnetzen auf den Kanaren. Davon könnten wir Schweizer uns durchaus “eine Scheibe abschneiden”, [Weiterlesen …]

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  Frieda M. Steinruck
  Seit 2006 auf Gran Canaria (ESP)

(201) Brandgefahr

Noch sind die Bilder von den verheerenden Waldbränden im letzten Sommer präsent: Unzählige verkohlte Palmen und Nadelbäume erinnern an diese schrecklichen Tage, als alle Medien über diese Naturkatastrophe berichteten und wobei 31 000 Hektar Wald beschädigt wurden. Von den vielen in den Flammen [Weiterlesen …]

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  Reinhard H. Ringger
  Seit 1986 mit Ehefrau Santa in Apulien (ITA)

(186) Was passiert, wenn mir etwas passiert?

Ein Thema, das einen - je älter man wird - mehr oder weniger beschäftigt: Was passiert, wenn mir etwas passiert? Was in der Schweiz ein durchorganisierter Akt ist, [Weiterlesen …]

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  Jürg Hasler
  1998 nach Phuket (THA) augewandert

(171) Viele Schweizer unterversichert

Immer wieder bin ich erstaunt darüber, wie schlecht sich viele Expats um Versicherungen kümmern. Als hätten sie in der alten Heimat genug bezahlt und bräuchten jetzt keine mehr. [Weiterlesen …]

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  Othmar Birri
  Seit 2007 mit Ehefrau Gladys in Medellin (COL)

(142) Dank SBB schneller in Kolumbien

Der Entscheid, dass wir unseren Lebensabend hier in Medellin verbringen wollen, ist eigentlich damals mit dem Hauskauf gefallen. Den genauen Zeitpunkt für diesen Schritt liessen wir jedoch offen.
Die SBB hat uns unfreiwillig „geholfen”, [Weiterlesen …]

  Heinz Tock
  Seit 1997 mit Ehefrau Marta in British Columbia (CND)

(121) Erfahrung mit Stolpersteinen

“Eins, zwei, drei, im Sauseschritt. Es läuft die Zeit, wir laufen mit”. Wie recht hat Wilhelm Busch! Wir sind schon am Ende unserer einseitigen Plauderei angelangt. [Weiterlesen …]

  Heinz Tock
  Seit 1997 mit Ehefrau Marta in British Columbia (CND)

(113) Gesundheit und Geld

Vorgestern habe ich von den Steuern gesprochen. Hier noch ein Zusatz. Marta hat weniger AHV als ich. Eine Pension habe nur ich. Damit komme ich in eine deutlicher höhere Steuerklasse als sie. Der Steuersatz geht bis 45%. [Weiterlesen …]