Ueli Bugmann
  2008 mit Miriam nach Argentinien ausgewandert.

(264) Plan B

Langsam verstreichen drei Monate. Unser Mietvertrag läuft Ende Juni 2008 aus und wir haben immer noch keine neue Bleibe. Uns wird klar, dass wir kein Haus kaufen können, weil die Preise in den letzten zwei Jahren so stark gestiegen sind und wir kein Darlehen erhalten. Also bleibt uns nichts anderes als übrig, als ein Mietobjekt zu suchen. Wir schauen ein paar Angebote an. Diese kommen aber nicht in Frage - sei es wegen zu steilen Treppen, der zu grossen Entfernung zum Zentrum oder fehlender Busverbindung in die Stadt. Auf einmal kommt Bewegung in unser Leben. Es meldet sich der Inhaber unseres Wunschhauses. Ob wir auch an einer Miete interessiert wären. Er leert das Haus auf den 1. Juli und zieht zu seinen Kindern nach Mittelargentinien.

In Buenos Aires wartet unser Auto

Fast zur gleichen Zeit kommt der lange ersehnte Anruf aus Buenos Aires, das Auto werde ausgeliefert. Wir unterschreiben noch schnell den neuen Mietvertrag und schliessen mit der Bank Frieden (es ist - so scheint es - normal, dass eine Geldüberweisung ca. 14 Tage braucht). Man empfiehlt uns, die Adresse schon jetzt zu ändern, damit das Auto bereits auf die neue Adresse ausgestellt wird. Jetzt aber nichts wie los. Wie die alten Profis düsen wir zum Einwohnermeldeamt und holen schon vorher den Stempel (siehe letzten Beitrag), stehen Schlange. Und spazieren wieder mit vier schwarzen Daumen heraus. Noch schnell bestellen wir Karten für den Überlandbus, denn der Flughafen ist wegen eines Vulkanausbruchs hier in der Nähe immer noch geschlossen. Fast auf die letzte Minute trifft unser Taxi am Busbahnhof ein. Gott sei Dank sind die Busse sehr gemütlich, man kann in den Sessel sogar richtig (nämlich waagerecht) schlafen. Es gibt Essen, Wein und Schnaps. Nur das Leselicht dürfte etwas besser sein, aber spätestens nach der zweiten Flasche Rotwein schafft man locker die 24 Stunden bis Buenos Aires.

Zu früh gefreut

Nach einer ruhigen Fahrt rollen wir bei dichtem Nebel langsam in Buenos Aires ein. An Überholen ist nicht zu denken. Hier gilt auf den Nationalstrassen Tag und Nacht die Abblendlicht-Pflicht. Aber wo zu wenig Licht ist, sieht man auch nicht, was einem entgegenkommt. Wer nur mit Standlicht fährt, ist noch schwerer zu erkennen. Ein Lob an unseren Busfahrer, er hat uns sicher nach Buenos Aires gebracht.
Dann geht’s los: Fahrt zum Autoverkäufer. Nein, das Auto sei noch nicht da, das sei eine Falschmeldung einer neuen Sekretärin gewesen, die noch nicht lange da sei. Meine Rückfrage, ob wenigstens die Extras schon eingebaut seien, wird bejaht. Weil die Strassen in Patagonien meistens mit Kies bestreut sind, bestellte ich einen Unterbodenschutz, der den Benzintank, die Ölwanne und das Getriebe schützt. Zu den weiteren Extras zählt auch ein Scheinwerferschutz sowie eine verstärkte Frontpartie. Der Verkäufer versichert uns, dass er uns anrufen werde, sobald er etwas höre. Wir sollen uns doch so lange Buenos Aires anschauen…

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Kommentare

  1. Catherine Beuret

    07.11.2008 7:31

    Gratuliere zu Ihren guten Nerven und Ihrer Flexibilität. Ich hatte wegen Weniger (Handwerker), plötzlich einen erhöhten Blutdruck und lernte so die französische Gesundheitsversorgung kennen. Jetzt habe ich mich angepasst und der Blutdruck regelt sich mit einer Tablette. Bin weiterhin gespannt auf Ihre Berichte. Herzlich Catherine Beuret