Alfredo Marti
  Seit 1998 mit Ehefrau Anita an der Costa Dorada (ESP).

(339) Angeln vor dem Ebrodelta

Vor wenigen Tagen war ich mit Hans, einem deutschen Bekannten, der auch hier wohnt, seiner jüngsten Tochter Meike mit Ehemann sowie dem Skipper Klaus auf Hochseefischfahrt.  Von halb elf bis gut zwei Uhr waren wir draussen, d. h. Fischen mit der Angelrute bei fahrendem Boot, mit natürlichen und künstlichen Ködern.
Das Boot von Klaus ist ein älteres Vergnügungsboot, etwa zehn Meter lang und mit einer Flybridge (Steuerstand auf dem Dachaufbau). Für genügend Schub sorgt ein Caterpilar 450 PS Dieselmotor, der anstelle der beiden ursprünglichen 180 PS-Benzinmotoren eingesetzt wurde und wie er auch in den meisten herkömmlichen Fischerbooten benützt wird.
Wir sind erst mal eine gute dreiviertel Stunde aufs Meer hinausgefahren, bevor das Tempo auf 6 bis 9 km/h gedrosselt und die fünf Ruten gesetzt wurden.

Grosse Köder für grosse Fische

An zwei der Ruten waren etwa 15 cm lange Kunstfische, die wie eine gemalte Makrele aussahen, an einer Rute hing ein Gummi-Tintenfisch in roter Farbe, an den anderen waren zwei grosse Meeräschen in einem System angebracht.
Die Grösse der Köder bestimmt auch die Grösse der Fische, die gefangen werden können: Auf einen grossen Köder beisst selten ein kleinerer Raubfisch, hingegen kann auf kleineren Ködern auch ein grosser Fisch gefangen werden.
Eine gute halbe Stunde starrten wir auf die ausgesetzten Ruten, aber nichts passierte.
Dann der erste Biss. Marco, der Jüngste, hatte die Ehre, die erste Makrele dieser Tour zu fangen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Abwechselnd hatten Marco, Hans und ich die Gelegenheit etwa 35 Makrelen zu fangen, welche alle so 800 bis 1200 Gramm wogen. Dann war für eine gute Stunde nichts mehr und ich habe schon gedacht, jetzt ist fertig, jetzt beissen sie nicht mehr. Marco, der in Riomar mit seiner Frau eine Woche Angelurlaub machte, erzählte während der Fahrt von einem Bluefish von 7 kg, den er vor zwei Tagen gefangen hatte - auch mit diesem Skipper.
Eine gute Stunde später ging es dann wieder los mit einem Palometa von etwa 5 kg, dann kamen wieder einige Makrelen, dann wieder Palometa usw. Den grössten Palomita habe ausgerechnet ich verloren, wir haben ihn schon in Bootsnähe gesehen, insgesamt haben wir sieben Fische verloren, davon zwei stattliche Palometas. Aber insgesamt können wir mit unserem Fangergebnis zufrieden sein, haben wir doch drei Palometas und 49 Makrelen gefangen. Der grösste Fisch wog gute 5 Kilo und war fast 90 cm lang.

Der alte Mann und das Mittelmeer

Die Makrele ist eigentlich einfach zu fangen, aber der Palometa ist da ganz anders, da macht der Drill richtig Spass, der ergibt sich nicht so leicht seinem Schicksal, der wehrt sich bis zuletzt aus Leibeskräften, und das kann einen schon auch ein wenig ausser Atem bringen. Das ist doch sicher jedes Fischers Traum, mal so einen Fisch an der Angel zu haben und mit ihm kämpfen zu können.

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Mein Anteil (Bild: Alfredo Marti)

Sofort nach Ankunft an der Anlagestelle des Bootes haben wir alle Fische ausgenommen und sind mit ihnen gleich nach Hause gefahren, da sie in der Hitze sonst verdorben wären. Hier haben wir die Fische dann aufgeteilt und den grössten Teil tiefgefroren.
Alles in allem ein sehr schöner Tag.

Weiterführende Links

Riomar
Palometa

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