Edy und Brigitte Odermatt
  Seit 2006 im "Wohnmobil" in Südamerika unterwegs.

(310) Auszeit von argentinischen Fleischbergen

April 2008, Argentinien. Wegen zu hoher Exportsteuer wurden in ganz Argentinien während ca. 3 Wochen Strassensperren für LKW’s errichtet. Unter anderem wurden auch Fleischtransporte blockiert. Dies traf die Argentinier natürlich an ihrem empfindlichen Magennerv. Wir waren schon gespannt, was die Familien für den Sonntagsgrill brutzeln würden.
Um die Mittagszeit trafen die Familien wie gewohnt auf dem Platz ein. Holzkohle wurde angefacht. Anstelle der gewohnten Fleischberge wurden Hühnchen gegrillt. So einfach…

Ferien vom Urlaub

Nach zwei Jahren Reisen in Südamerika freuten wir uns auf unsere achtwöchigen Ferien in Europa. Wir hatten uns den Kontinentwechsel mit der Lufthansa am 2. April allerdings etwas anders vorgestellt:

  • Bei Ankunft mit dem Taxi am Flughafen Ezeiza, Buenos Aires war der Abflugterminal wegen Bombenalarms geräumt worden, Wartezeit 1 Stunde.
  • Anschliessend grosses Chaos beim Check-in. Chaotische Verhältnisse in der Warteschlage und wiederum Wartezeit von 1 1/2 Stunden.
  • Der Flug war zudem stark überbucht. Für das Verschieben des Fluges auf den nächsten Tag wurden von der Lufthansa eine Gratis-Hotelübernachtung und 600 Dollar pro Person angeboten.
  • Wegen technischer Probleme am Flieger ständige Verschiebung der Abflugzeit, Wartezeit 3 Stunden.
  • Nach dem Boarding, kurz vor dem Start, Kerosinverlust. Für uns war das Beobachten des auslaufenden, brennbaren Treibstoffes, die Kerosinlache, die uns umringende Feuerwehr und die an die Notausgänge beorderten Stewards eine starke Nervenprobe. Wartezeit bis zum definitiven Abflug erneut 2 Stunden.
  • Mit 5 Stunden Verspätung Abflug nach Frankfurt.
  • Die Information, dass Anschlussflüge organisiert seien, stellte sich als falsch heraus. Beim Transitschalter erhielten wir die Info, unser Anschlussflug sei am Boarden und wir sollten uns umgehend zum Gate X begeben. Die Schalterperson stellt uns wegen Zeitmangels keine neuen Boardingkarten aus. Wir laufen im Marschschritt durch den Flughafen von Frankfurt und durchlaufen zwei Personen- und Gepäckkontrollen.
  • Ankunft beim Boarding-Schalter. Kurz gefasst: Der höchst unfreundliche, arrogante Schalterbeamte, eine totale Fehlbesetzung im Publikumsverkehr, hatte die Situation nicht mehr im Griff. Wir warteten und wurden auf Nachfrage und Nennung unseres Namens von ihm als an Bord erklärt. Aktuelle Boardingkarten wurden für den Anschlussflug ausgestellt und wir begaben uns in den Zubringerbus. Dort bemerkten wir, dass die Boardingkarten zwar auf unsere Familiennamen, jedoch nicht auf unsere Vornamen lauteten. Nach erneuter Nachfrage beim Schaltertypen Herrn W. drohte dieser mit der Bundespolizei (!) erhielten dann von ihm aber die Info, zu warten. Nach 20 Minuten meldeten wir uns wieder an seinem Schalter und wurden informiert, dass wir uns schon längstens zum Lufthansaschalter begeben könnten. Wie checkt Herr W. wohl drei verschiedene Meier’s ein?
  • Am Lufthansaschalter erhielten wir einen Hotelvoucher und wurden auf den ersten Flug für den nächsten Tag gebucht.

Unsere Familie wartete am 3. April vergebens am Flughafen in Zürich. Während der Wartezeit am Flughafen Buenos Aires meinten wir, wir könnten den Anschlussflug in Frankfurt noch erreichen. Die weitere lange Wartezeit im Flieger hat dies leider nicht mehr zugelassen.

Was wir vor einigen Tagen von unseren Namensvettern (die gleichzeitig mit uns von Buenos Aires nach Zürich geflogen sind) erfahren, war dann der Gipfel der ganzen Geschichte. Die Maschine von Frankfurt nach Zürich war nicht einmal voll besetzt. Mindestens acht bis zehn Plätze wären frei gewesen.

Zeit für Ferien.

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