Ueli Bugmann
  2008 mit Miriam nach Argentinien ausgewandert.

(262) Schnee, Schokolade und - Schweizer

Unser neues Zuhause ist San Carlos de Bariloche. Mit seinen rund 93′000 Einwohnern liegt es 1900 km von Buenos Aires entfernt an der chilenischen Grenze am Nahuel-Huapi-See. Eine Hügellandschaft inmitten von Wäldern. Zwei Skiorte - Cerro Otto, Cerro Catedral - mit Skiliften, vielen Hotels und Restaurants usw. Mehr als die Hälfte gehört dem Nationalpark Nahuel Huapi.

Wer hat’s erfunden?

Die Umgebung von Bariloche ist ideal für Sommersportarten wie Kanufahren, Trekking, Wandern, Bergsteigen, Fischen oder einfach um sich zu Erholen. Leider ist der See zu kalt zum Baden, jedenfalls für mich. Im Winter ist Langlaufen angesagt, Snowboarden und Skifahren. Im Zentrum gibt’s sogar eine überdecktes Eisfeld. Um Bariloche hat es sehr viele Seen, die man mit Führer besuchen kann. Die Schokoladenfabrikation hat hier eine lange Tradition - vielleicht weil hier neben vielen Deutschen so viele Schweizer leben (Anmerkung Careguide: “Wer hets erfunde?” Richtig, Xocolatl geht auf die Mayas zurück).

Aus der Umgebung kommen herrliche Konfitüren, getrocknetes Fleisch vom Reh, Hirsch, Wildschwein und anderen einheimischen Tieren. Die Insel Victoria beherbergt einen einzigartigen Arrayanes-Wald mit Bäumen, die es sonst nur noch in Japan gibt. Sie haben zimtfarbene Stämme und sind uralt. Auch die Fahrt über Land- oder Wasserstrassen nach Puerto Montt im Süden Chiles lohnt sich.

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Dabei hat man eine gute Sicht auf den noch aktiven Osorno-Vulkan. Puerto Montt bietet einen herrlichen Markt mit fangfrischen Meeresfrüchten und guten Restaurants.

Hausrat als Sicherheit für ein tolles Abendessen

Halbwegs eingerichtet geht das Abenteuer weiter. Wir möchten dem Inhaber des Möbellagers die Miete bezahlen. Also auf zur Bank, denn unsere argentinische Kreditkarte ist noch nicht angemeldet und die Banken machen erst wieder am Montag auf. Im Januar hiess es, man könne mit der Master Card aus der Schweiz bis zu 3000 Pesos beziehen, im März hat sich das geändert, nun kann man nur noch 300 Pesos innerhalb 24 Stunden beziehen. Jetzt stehen wir dumm da. Wir könnten nur noch in einer Wechselstube zu einem horrend niedrigen Preis Geld wechseln. Der Inhaber von Oro Blanco (Transportfirma und Lagerhalle) will uns 5000 Pesos leihen. Wir lehnen es dankend ab, worüber er nur lachend meint, er müsse die Leute nur anschauen, um zu erkennen, ob es jemand ehrlich meine. Und übrigens komme sein Grossvater, der diese Firma gegründet habe, aus der Schweiz. Ausserdem habe er ja unsere Möbel. Er empfiehlt uns ein Restaurant, in welchem wir dann dreieinhalb Stunden bei bestem Wein und argentinischem Fleisch unser neues Glück geniessen.

Weiterführende Links
Nahuel-Huapi-See

Schokolade in Südamerika- aus einem Reisebericht
Xocolatl - die Schoggigeschichte
Seenfahrt Argentinien Chile
Puerto Montt