Hildegard-Maria Bertschy
  Seit 2000 mit Ehemann Heinz an der Costa Blanca (ESP)

(234) Lebenshaltungskosten in Spanien

Wenn man in Spanien alt werden will, muss man schon einiges beachten. Weil die Lebenskosten in der Schweiz immer weiter steigen, planen viele Frührentner, ihren Lebensabend in anderen Ländern zu verbringen - in unserem Fall in Spanien. Mit etwas über 3500 Franken im Monat lebt es sich ganz fürstlich (vorausgesetzt, man lebt in einer abbezahlten Immobilie). Mein Mann ist kein Freund von Überraschungen, deshalb hat er immer vorgesorgt und auch unsere finanzielle Zukunft in die Hand genommen.

Dankbar für Heizung, wer das ganze Jahr bleibt

Wie bereits in einem frühreren Bericht erwähnt, waren wir im Besitz eines Ferienhauses am Meer, das dann plötzlich zu klein wurde, weshalb wir nach etwas Grösserem Ausschau hielten und 1993 fündig wurden. Unser neues Heim musste dann umgebaut und mit einer Heizung versehen werden. Es ist nicht wahr, wenn behauptet wird, man brauche hier keine Heizung. Für uns war der Umbau elementar, denn wir wollten ja in diesem Haus nicht nur unsere kurzen Ferien verbringen.
Heute ist mein Mann etwas über 70. Er hatte das Glück, vor zehn Jahren von seinem damaligen Arbeitgeber ein gutes Angebot in Sachen frühzeitiger Pensionierung zu erhalten und das ohne finanzielle Verluste. Er nahm dankend an und konnte dann mit 63 in Pension gehen.

Buchhaltung im Langzeiturlaub

Wir leben jetzt bereits seit acht Jahren als Langzeiturlauber hier in Spanien, und es geht uns gut. Gut: Nach der Einführung des Euro ist auch hier manches teurer geworden. Wir stellten dies vor allem bei den Handwerker-Preise fest.

Mit monatlich etwa 500 Franken im Durchschnitt decken wir folgende Aufwendungen ab:

- Energie
- Wasser für Haus und Pool (Garten bewässert mit eigenem Grundwasser)
- Versicherung als Paket erhältlich (Hausrat, Diebstahl und Wasserschäden)
- Steuern (Nichtresidenz, Vermögen und Eigenmietwertbesteuerung)
- Telefon (verschiedene Anbieter )

Hinzu kommen Lebenshaltungskosten von weiteren etwa 500 Franken, Freizeitvergnügen nicht eingerechnet. Gemüse und Früchte kauft man günstiger bei den Bauern am Markt.

Wetter setzt den Häusern zu

Die Unterhaltskosten hängen natürlich von der Grösse des Hauses und des Grundstücks ab. Für ein Haus mit fünf Zimmern, Pool und einer Parzelle von ca. 1000 m² sollte man monatlich 300 Franken auf die Seite legen, denn unter der starken Sonne und den extremen Temperaturen im Wechsel mit Regenfällen leiden die Häuser.
Hat man eine Bleibe in seinem Heimatland, muss auch diese finanziert werden können, was in den 3500 nicht enthalten ist.
Ich hoffe dem Leser einen kleinen objektiven Einblick in die Buchhaltung des vielleicht zukünftigen Lebens in Spanien gegeben zu haben.

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Kommentare

  1. Catherine Beuret

    07.09.2008 9:26

    Sehr interessante Zahlen. Vielen Dank

    Catherine Beuret

  2. Heinz Staeubli

    08.09.2008 13:46

    Hallo Frau Bertschy,
    ich bin z.Z. in Alfafar/Valencia im Urlaub. Ich komme seit mehr als 30 Jahre immer wieder nach Spanien. Mein Ziel war immer auf meine Pensionierung hin hierher zu ziehen. Mit Schrecken muss ich aber nun mit 65 fest stellen, dass das ein Traum bleiben wird. Denn, die Lebenshaltungskosten in Spanien stiegen leider nicht linear zur Schweiz, sondern fast senkrecht. Etliches ist hier um einiges teurer als in der Schweiz. Schade, denn nach einer teuren Scheidung, mit Rentensplittung, kann ich mir unter diesen Umstaenden ein Leben in Spanien kaum mehr realisieren.
    Aber Ihr beitrag ist doch sehr hilfreich. Ich wuensche Ihnen weiter eine schoene Zeit in Spanien. H.Staeubli

  3. Coco-Munari Vincenzo

    07.10.2008 10:16

    Guten Tag Frau Bertschy
    Mit Interesse las ich Ihre Kommentare.
    Wir sind daran den gleichen Schritt auch zu machen. Während meine Frau und Tochter bereits seit Juli 08 in Coin / Andalusien (15 - 20 km westlich der Costa del Sol und von Malaga) festem Wohsitz haben, muss ich noch einige Angelegenheiten hier in der Schweiz erledigen und werde spätestens Ende März 09 dann nachfolgen.
    Dank Easyjet pendle ich somit alle 5 Wochen und für eine Woche (zu günstigen Flugpreisen) nach Malaga.
    Vorläufig haben wir ein Haus gemietet (mit kleinen Umschwung und Schwimmbad), wo wir uns mit unserem eigenen Hausrat einquartiert haben. Da wir keine sprachlichen Probleme haben, wählten wir bewusst einen Ort ausserhalb der Turistenzentren. Wir wollten das typisch andalusische Ambiente mit leben.
    In Ruhe überlegen wir uns, ob Hauskauf oder eben nicht. Während den nächsten zwei Jahren sollten ja die Immobilienpreise noch fallen. Somit ist ein Abwarten angebracht.
    Interessant sind auch Ihre Kostenangaben. Auch wir haben inzwischen festgestellt, dass es sich mit einer etwas höheren Monatssumme, als die von Ihnen erwähnte, korrekt leben lässt, dies einschliesslich einer monatlichen Hausmiete.
    Frau und Tochter fangen an sich dort wohl zu fühlen. Die Tochter ist seit 15.September 08 in der lokalen Schule und wird durch Stützunterricht besser ins Katillianische eingeführt.
    Eins scheint mir wichtig, wenn ein solcher Schritt gemacht wird. Vergleiche zwischen der Schweiz und Spanien, sollten nicht gemacht werden (wenn schon, dann sachlich-positiv), denn die Lebenskultur beider Länder ist doch sehr unterschiedlich, insbesondere aufgrund der geographischen Lage, der geschichtlichen Entwicklung und der unterschiedlichen Mentalität.
    Ihr Beitrag ist ein gutes Beispiel dafür. Sachlich und spürbar positiv.
    Auch ich wünche Ihnen eine schöne Zeit in der Costa Blanca.
    V.A. Coco-Munari