Jürg Hasler
  1998 nach Phuket (THA) augewandert

(173) Bauen und Wohnen im Alter

Mit einem bestehenden Haus, zwei selber geplanten und dem dieser Tage gestarteten Bau eines dritten Hauses habe ich nicht nur eine Menge Erfahrung erworben, sondern auch noch ein paar weitere graue Haare bekommen.

Thailand gab Chance zum kreativen Planen

Aber zuerst muss ich doch ganz positiv vermerken, dass ich mir in der Schweiz solche Häuser niemals hatte bauen konnen. Ich finde es auch toll, das ich in meinem Alter noch echt kreativ ein Haus planen kann. Das letzte Haus, welches wir vor ein paar Monaten verkauft haben (mit drei Schlafzimmern mit Toiletten, europaischer Küche, separatem Gästehaus, separater Thai-Küche, Pool und Umziehäuschen auf 2400 m² Land am Meer) hat einiges weniger gekostet, als ich damals in der Schweiz beim Verkauf für mein ländliches Reihenhaus mit Garage auf 480m² Fläche und ohne bemerkenswerte Aussicht gelöst hatte.

Zwei mal Glück gehabt beim Hausbau

Beim ersten selbst geplanten Haus ging der Architekt/Bauunternehmer pleite. Zum Glück wurde unser Haus knapp fertig. Wir erfuhren dann später, dass der Architekt unser Haus mit den Anzahlungen seines nächsten Projektes fertig gestellt hatte. Dieser Kunde musste viel nachzahlen und drohte mit Prozess. Die coole Antwort des Architekten: “Kein Problem für mich, wenn sie zwei Jahre nicht in ihrem Haus wohnen und einen ungewissen Prozessausgang abwarten wollen”. Der Architekt hat anscheinend das ganze Geld beim Spielen verloren.

Beim zweiten Haus hatte der Bauführer und Mitinhaber der ad hoc Baufirma keinerlei Kontrolle über die Finanzen. Als wir müde umherlungernde Arbeiter fragten, was los sei, teilten diese uns mit, sie hätten Hunger. Der Baufuhrer habe schon mehr als einen Monat keine Löhne mehr bezahlt weil wir - der Bauherr - nicht bezahlten. Dabei hatten wir, um zu helfen, die Teilzahlungen von 4 auf 8 erhöht. Also mussten wir zuerst mal die armen Arbeiter füttern. Spater verschwand dann der Bauführer mit einigen Maschinen seines Geschäftspartners.

Verschwunden: Bauführer, Maschinen, Arbeiter…

Dann verschwanden auch immer mehr Arbeiter. Sie seien Reisbauern aus Mittelthailand und müssten jetzt Reis anpflanzen. Zudem seien sie jetzt so wenige Leute auf der Baustelle, dass es halt auffalle, wenn einige sich in den Schatten legten. Zum Glück war der Partner in der Firma ein hochanständiger Thai-Chinese und hat alles für uns in Ordnung gebracht, sogar noch eine Neulackierung der Holzteile nach über einem Jahr. Immerhin vier Wochen Arbeit, die sich zu seinen bisherigen Verlusten kumulierten.

Über unseren soeben begonnenen dritten Hausbau werde ich noch in einer eigenen Stafette berichten.

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