Jürg Hasler
  1998 nach Phuket (THA) augewandert

(171) Viele Schweizer unterversichert

Immer wieder bin ich erstaunt darüber, wie schlecht sich viele Expats um Versicherungen kümmern. Als hätten sie in der alten Heimat genug bezahlt und bräuchten jetzt keine mehr. Besonders die Krankenkasse benötigt grosse Aufmerksamkeit. Ist jemand Pendler (siehe auch Beitrag “Im Pflegefall nach Thailand” von Kurt Häfeli), kann er die Schweizer Versicherung weiter führen.

Einschränkende Standardpakete und definiertes Endalter

Kommt aber der Moment, wenn der Expat nicht mehr regelmässig in die alte Heimat reisen kann (Gesundheit) oder will, kann es Probleme mit der Suche nach einer neuen Versicherung geben. Bei höherem Eintrittsalter werden umfangreiche Aufnahmetests und erhöhte Prämien fällig. Ausschlüsse früherer oder bestimmter Krankheiten sind möglich. Meist bestehen Eintrittsgrenzen von 60 oder 65 Jahren. Brauchbare thailändische Versicherungen habe ich noch nicht gefunden, denn als Standardpaket wird die Kombination einer Unfallversicherung mit einer Lebensversicherungen angeboten. Besonders stossend ist, dass normalerweise das Endalter festgelegt wird. So wird man plötzlich mit 85 oder 90 Jahren zum Selbstzahler. Es empfiehlt sich unbedingt, frühzeitig eine Versicherung im Ausland oder mit Vertretung in Thailand zu suchen.

Als Notfall zu verhandeln gefährdet Ihre Gesundheit

Gute Versicherungen decken auch Heimurlaube und andere Auslandaufenthalte. Diese Versicherungen sind nicht billig. Sie ermöglichen die Wahl, ob man nur die stationäre Behandlung oder eine Kombination mit ambulanter Behandlung versichern will und erlaubt unterschiedliche Selbstbehalte. Da die Krankenkosten hier (noch) relativ niedrig sind, habe ich mich für eine gute Deckung und einen niedrigen Selbstbehalt bei stationärem Spitalaufenthalt entschieden. Fixiert man den Selbstbehalt relativ hoch, kommt man bei den hier günstigen Behandlungspreisen nie auf “Rückzahlung” durch die Kasse. Wichtig ist auch, dass das Spital direkt mit der Versicherung eine Kostengutsprache aushandeln kann. Als Notfall eingeliefert zu werden und zuerst noch in einem fremden Land in einer fremden Sprache und mit einer Zeitverschiebung von fünf oder sechs Stunden einen Kostenvorschuss zu organisieren kann ernsthaft die Gesundheit gefährden.

Zufrieden mit vier eigenen Operationen in Thailand

Die von uns Expats meist besuchten Privatspitäler kennen da keinen Spass: “Garantier zuerst die Zahlung oder wir bringen dich gleich ins Gouvernment-Spital.” Ich hatte in den letzten zwei Jahren vier Operationen und die einfache Regelung der finanziellen Angelegenheit zwischen Versicherung und Spital war eine echte Erleichterung. Der Standard der Spitäler hier ist gut. Einige Spitäler ziehen auch Spezialisten aus Bangkok hinzu.

Versicherungen für Autos, Boote, Häuser usw. sind auch erhältlich. Die Prämien sind moderat. Bei Autoversicherungen gibt es auch Boni bis 50%.

Geldüberweisungen aus der Schweiz funktionieren gut und schnell. Natürlich zwackt sich die Thai Nationalbank, über welche alle Zahlungen in Fremdwährungen laufen, einen kleinen Prozentsatz ab.

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