Jürg Hasler
  1998 nach Phuket (THA) augewandert

(165) Wo man wen auf Phuket trifft

Es ist relativ einfach, auf Phuket Landsleute und andere Farangs (Ausländer) kennen zu lernen. Dazu bieten sich an: der Strand, Cafes, in denen Farangs verkehren, sportliche Aktivitäten und der Schweizer Klub. Man kann als Pensionierter Bekanntschaften relativ relaxed angehen, da man ja weder geschäftliche noch familiäre Verpflichtungen hat.

Soziale Kontakte fallen nicht schwer

Auch mit Thais kann man gut in Kontakt kommen. Sei es mit Ladenpersonal oder in Restaurants. Ich kenne verschiedene Thais seit Jahren, und wenn man sich trifft, gibt es meist einen kleinen Schwatz. Allerdings sind diese Bekanntschaften eher oberflächlich. Mein Eindruck ist, dass es tiefe Freundschaften wie wir sie kennen, hier nicht gibt. Weder zwischen Thais noch mit Farangs. Es erstaunt mich aber immer wieder, wie auch Gespräche mit Leuten, die man zuletzt vielleicht vor Jahren getroffen hat, wirken, als ob man sich erst gestern getroffen hätte.

Zugang zu Parallel-Welten

Von der Familie meiner Freundin wurde ich von Anfang an sehr freundlich aufgenommen. Auch die Eltern, über 80 Jahre alt, Bauern auf dem Lande, akzeptierten mich sofort. Der Vater hatte sich zu meinem ersten Besuch sogar vom Dorflehrer die Begrüssung auf Englisch beibringen lassen. Bis heute hat die Familie auch nie irgend etwas verlangt von mir. Wir wollten kürzlich den Eltern eine neue Sofagarnitur schenken. Wir nahmen den Vater mit zum Auswählen. Er fand jedoch nichts, das ihm zusagte. Zudem, so meinte er, sei das alte Sofa immer noch brauchbar.
Meine Lebenspartnerin ist im Direct Marketing Business aktiv, ähnlich Amway, aber mit Kosmetikprodukten. Regelmässig führt die Firma mit Sitz in Bangkok in einem Hotel an einem schönen Ort dreitägige Motivations- und Informationsseminare durch. Ich kann mich meiner Freundin jeweils anschliessen und die Beach oder den Pool geniessen. Unterkunft, Essen und Getränke sind auch für mich gratis. Die Teammitglieder würde ich als Mittelstand bezeichnen. Es hat auch Ärzte, Richter, Professoren und Firmenbesitzer dabei. Immer wieder bin ich dann überrascht, wie herzlich ich aufgenommen werde. Wai-Gruss, kurze Gespräche, freundliches Lächeln, wenn man sich irgendwo sieht, machen diese Ausflüge für mich zu einer angenehmen Abwechslung. Es wird mir dann auch bewusst, dass viele Leute mit denen man im Alltag in Phuket zu tun hat, doch einer vergleichsweise tieferen Schicht angehören.

Phuket als Magnet für Arbeitskräfte

Phuket lockt Arbeitskräfte aus ganz Thailand an. Arbeitsplätze gibt es vorwiegend im Dienstleistungssektor, sei es an der Reception oder als Bedienung in Hotels und Restaurants oder in Shops. Beschäftigung finden viele auch in der Bauindustrie. Aus meiner subjektiven Sicht würde ich mal in der Schweiz den Mittelstand auf vielleicht 60% schätzen, Reiche und Ärmere je 20 %. Hier in Thailand sieht das anders aus. Ich schätze 60 % tiefere Schichten, 20% Mittelstand und 20% Reiche. Das sind Dinge, die man sich vor einer Auswanderung kaum überlegt, die aber den Alltag stark beeinflussen können.

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