Adolf Gyger
  2005 in die Bresse (FRA) ausgewandert

(155) Poulet oder Poulard? Gar nicht Wurst!

Als wir das erste Mal in die Bresse gefahren sind, ist uns zwischen Bletterans und St. Germain du Bois ein riesengrosses Plakat mit einem ebenso grossen weissen Hahn aufgefallen. Unten am Plakatrand steht geschrieben: Vous êtes en Bresse (Sie sind in der Bresse). Die Bresse ist weltbekannt für Pouletmästereien. Aber Achtung! Poulet ist nicht einfach Poulet. Bestellen Sie nie einfach ein Poulet in einem Restaurant in der Bresse. Es gibt drei Arten:
Das Poulet de Bresse ist das Bresshähnchen, das im grasbewachsenen Freiland aufwächst. Als Zusatzfutter erhält es Getreide, Mais und Milchprodukte. Es wird 4 Monate gefüttert und wiegt dann mindestens 1,2 kg. Ein sehr feines Fleisch, das beim Kochen hervorragend fest bleibt.

Das Poulard de Bresse ist ein weibliches Masthuhn, das auch im Freiland aufwachsen. Auf jedem Markt sehen Sie diese Hühner samt Kopf und Kamm zum Verkauf angeboten. Sie werden vor der Geschlechtsreife - mit mindestens 5 Monaten - geschlachtet und wiegen gerupft ca. 1,8 kg.

Last but not least gibt es den als Chapon de Bresse bekannten Kapaun, welcher hauptsächlich zu Festlichkeiten am Jahresende gegessen wird. Das sind männliche Kücken, die kastriert werden und acht Monate im Freiland leben. In den letzten Wochen werden sie noch mit Weizen, Mais und Milchprodukten gemästet, so dass sie gerupft gut und gerne 3 kg wiegen.
Was echtes Bresse-Geflügel auszeichnet beschreibt detailliert die Züchter-Homepage Huehner-Info.

Weiterführende Links
Das Bresse-Geflügel erkennen

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