Elsamaria Schröter
  2002 in die Algarve ausgewandert (PRT)

(129) Waschtag mit Waschbrett

Die Grundstücke rechts und links neben mir werden von ihren Eigentümern bewirtschaftet. Sie wohnen allerding ganz oben auf der Bergkuppe. Jeden Morgen kommen sie mit ihrem Esel herunter in ihren Garten. Unzählige Orangenbäume und ein Gemüsegarten müssen besorgt und bewässert werden. Sie haben einen Ziehbrunnen.

Waschen noch wie in alten Zeiten

Neben den Brunnen hat der Mann ein grosses Becken gebaut. Das ist immer mit Wasser gefüllt, und darin wäscht die Frau ihre Wäsche. Wir Frauen plaudern oft zusammen. Dabei erwähnt sie auch immer wieder ihre Waschmaschine. Auf meine Frage, warum sie denn die Wäsche hierher schleppe und von Hand wasche meint sie, das gehe schneller und sei einfacher. Also ehrlich, ganz verstanden habe ich das lange nicht. Bis ich dann einmal Gast in ihrem Haus war. Im Wohnraum, unter einer grossen Spitzendecke, da stand sie: die Waschmaschine. Ich war sprachlos. Das Haus war ohne fliessendes Wasser. Dieses Haus sogar ohne Zisterne. Also musste der Mann jeden Liter Wasser am Dorfbrunnen holen. Mit Esel und grossen Wasserkannen. Allerdings weigerte er sich, seiner Frau auch für ihre Waschmaschine Wasser heranzuschleppen. Er hat das einige Male gemacht, danach musste er helfen die Überschwemmung in der guten Stube kübelweise auf die Strasse zu kippen. Sie hatte es nämlich verpasst, rechtzeitig am Abfluss zu stehen, um das Abwasser abzufangen.

Wasserbehälter

Blechkannen für den Wassertransport,
Museum São Brás de Alportel (Bild: Elsamaria Schröter).

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Kommentare

  1. Ingrid Stocker Spitzers

    04.04.2008 12:41

    Liebe Frau Schröter
    ich lese mit Interesse Ihre Erlebnisse und habe mich bei diesem Bericht gefragt, ob Ihr Haus wohl fliessendes Wasser hat. Und haben alle Häuser dort Stromanschluss?
    Liebe Grüsse aus der Bresse
    Ingrid Stocker