Lilo Röding
  Seit 1996 mit Ehemann Manfred an der Costa Blanca (ESP)

(39) Wintereinbruch an der Costa Blanca

Ja, Sie haben richtig gelesen: Auch bei uns war es heute morgen nur noch 6°C, allerdings plus. Solche Temperaturen haben wir normalerweise erst im Januar. Jedoch kann man sich noch nicht so richtig an Winter gewöhnen, blühen zur Zeit doch überall die Bougainvillea und teilweise auch schon die Aloe arborescens, und die König der Nacht hat auch erst dieser Tage ihre wunderschöne Blüte hervorgebracht. Das Draussen-im-Gartenrestaurant-Sitzen ist somit abgehakt, obwohl es am Nachmittag mit der Sonne schon noch 18°C wird.

Keine Paella weit und breit

Ich wollte ja heute etwas von den Restaurants der Umgebung berichten. Hier in Quesada, das ist ein Ortsteil von Rojales, sind wir mit ca. 30 Restaurants gut versorgt. Man kann hier so ziemlich alles kriegen, italienisch, thailändisch, indisch, chinesisch usw. Vergebens sucht man jedoch ein spanisches oder deutsches Restaurant. Dafür müssen wir schon etwas weiter fahren, z.B. nach Torrevieja oder Guardamar del Segura. Es ist zwar keine Distanz, doch im Alter möchte man am liebsten am Abend zu Hause bleiben und sich nicht mehr gross in den Trubel einer Stadt begeben. Wenn man jedoch unterwegs ist, besucht man natürlich auch diese Gaststätten. Doch ich muss ehrlich sagen, in Quesada wüsste ich im Moment nicht, wo ich eine Paella bestellen müsste (das Nationalessen der Spanier). Man sagt, es gibt so viele Arten von Paellas, wie es Spanier gibt. Jeder bereitet seine Paella nach seinem Gusto zu, mit Fisch und Mehresfrüchten, mit pollo und conejo (Huhn und Kaninchen), mit Gemüse oder aber auch eine gemischte, damit die ganze Familie etwas davon hat. In Quesada gibt es seit 2 Jahren auch ein Viersterne Hotel mit nationaler und internationaler Küche.

Gesellschaftsform: Urbanisation

Ciudad Quesada gehört zu Rojales und ist in allen Teilen ein Ortsteil davon. Wir bezahlen die Strassenbeleuchtung und -Reinigung mit unseren Steuern direkt an Rojales. Es gibt hier jedoch auch sogenannte “Urbanisationen”, meistens sind diese Häuser in einem Kreis um ein gemeinsames Schwimmbad gebaut. Eine private Direktion kassiert dann die ganzen Nebenkosten von den Anwohnern ein, auch für die Schwimmbadreinigung. Diese Urbanisationen heissen hier “Pueblo Bravo, Pueblo Lucero, Doña Pepa usw. Sie gehören jedoch alle zur Gemeinde Rojales. Wenn man hier ein Haus kauft oder bauen lässt, wird natürlich nicht darauf aufmerksam gemacht, was für Nebenkosten dann noch jährlich dazukommen.

Mit Lidl spart man sogar die Ãœbersetzung

Hier in Quesada und Rojales sind auch einige grössere Einkaufszenter wie “Mercadona”, “Lidl”, “Consum”, usw. vorhanden. Das gute daran ist, dass man nicht unbedingt Spanisch lernen muss, man kann ja alles selber vom Gestell nehmen und an der Kasse bezahlen, die zeigt ja den Betrag auch elektronisch an. Ich hatte bereits in der Schweiz einen Intensiv-Kursus in Spanisch absolviert und hier die Schule weiterhin besucht. Je nach Tageszeit fällt es mir leicht, diese Sprache zu sprechen. Es gibt jedoch auch Tage - besonders am Abend, wenn ich etwas müde bin - an denen ich die Wörter suchen muss. Da ich bedingt durch das Theater sehr viel mit den Behörden verhandeln muss, ist es schon wertvoll, wenn man einigermassen spanisch sprechen kann.

So, nun wünsche ich einen schönen Sonntag.

Lilo Röding