Ines Torelli
  Seit 1995 mit Ehemann Edi Baur in Nova Scotia (CAN)

(30) Unser Alltag

Und - was macht ihr denn so den ganzen Tag? Gute Frage. Wenn ich es mir genau überlege: eigentlich nichts und doch alles!

Als wir das Theater hatten, haben wir drei Jahre lang intensiv “gekrampft”, wie in guten alten Zeiten in der Schweiz. Aber jetzt - ich bin trotz unserer Leidenschaft für das Theater froh, dass wir es los sind - leben wir wirklich wie richtige Pensionierte. Keinen Termine, keine Uhr … und wenn, dann bloss, um die Mittagspause und das Nachtessen nicht zu verpassen !

Krokodil im Tunnel

Gibt es etwas Schöneres, als sich mit etwas zu beschäftigen, ohne daran zu denken, in einer Stunde dort oder dort zu sein? So kann sich mein Mann ausgiebig seiner Eisenbahn widmen. Und da gibt es immer viel zu bauen, zu flicken und zu ändern. Die LGB, die Lehmann-Garten-Bahn ist sein ganzer Stolz. Ich werde ihm auf Weihnachten ein Modell-Spital schenken, denn die vielen Verletzten, die da herumliegen, müssen doch versorgt werden. Und weshalb diese Unglücke? Das letzte war, weil sich Picasso, unser Kater im Tunnel versteckt hielt und nicht mal Platz machte vor der Krokodil-Lok. Und ein anderes Mal hat sich ein Squirrel* auf der Schiene vergnügt und dabei die Reste seines Dinners auf der Schiene liegen gelassen. Spannend ist es allemal!

*Eichhörnchen

Frühstück mit Tina Turner, Picasso und Lucie

Also, am Morgen nehmen wir uns ausgiebig Zeit fürs Frühstück. Mit dabei sind unsere drei Katzen, die Lucie, die Tina Turner und der Picasso. Und vor dem Fenster tummeln sich die Vögel, die von mir gefüttert werden. Ein fröhliches und friedliches Bild.

Ich versuche nun endlich, eine relativ gute Hausfrau zu sein - früher hatte ich ja keine Zeit dazu - und finde Spass daran! Wenn ich Wäsche habe, ist am Abend alles gebügelt im Schrank!

Bevor ich Schauspielerin wurde, musste ich wohl oder übel ‘was ‚Anständiges‘ lernen. Ich arbeitete im Geschäft meiner Tante und lernte das Schneidern. Und das kommt mir heute zugute! Keine Vorhänge, keine Tischtücher die nicht durch meine Nähmaschine liefen! Im Ãœbrigen flicke ich auch alles, was anfällt. Bin eben dabei, neue Hosensäcke einzunähen — ein wirkliches Problem, aber ich schaffe es schon, habe ja Zeit!

Selbst ist die Frau

Je nach Bedarf fahren wir zum Einkaufen, besuchen unsere kanadischen Freunde und alle 14 Tage jassen wir mit einem deutschen Ehepaar. Und mit dem erspielten Erlös gehen wir dann ganz fein essen in einem der besten Restaurants in ganz Nordamerika in Lunenburg! Ja, das gibt’s wirklich! Auf die normale kanadische Küche mit Pommes Frites und frittiertem Fisch und viel Ketchup kann ich gut verzichten.

„Wie ist es beim Frisör?” wurde ich gefragt. Also, da kann ich leider nichts sagen, ich war schon über 20 Jahre nicht mehr beim Coiffeur. In meinem Berufsleben musste ich täglich meine Haare auf Trab halten und so habe ich gelernt, diese selbst zu bändigen. Hier ist eine Frisur sowieso zwecklos, eine Minute in freier Natur und die Haare machen, was sie wollen.

Im Winter, wenn der Garten seinen Winterschlaf hält, arbeitet Edi in seinem Atelier. Er malt wunderschöne Bilder .

Und ich steh im Dauerclinch mit dem Computer. Wenn wir keine Fliegengitter hätten, wäre dieser schon längst draussen gelandet! Aber praktisch ist er halt trotzdem, dank dem Internet bin ich ja auch bei Careguide gelandet! ♦

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6 Kommentare

Kommentare

  1. 05.11.2007 16:57

    Den Lebensabend im Ausland zu verbringen: Das finde ich sehr spannend. Hier kann man nachlesen, was Ines Torelli in Kanada erlebt. Ich finde es in jedem Fall eine mutige Entscheidung, den Lebensabend nicht in der gewohnten Heimat zu verbringen.

  2. martin stucki sylvan lake/alberta

    06.11.2007 8:58

    hello, ines+edi,
    beim tagesanzeiger lesen (internet) auf der letzten seite ein bericht ueber ines torelli + edi baur in canada, wow!!!
    es freut mich immer riesig wenn es auswanderer (die spinner) geschafft haben und es ihnen gut geht. ich bin zwar noch nicht retired (ziellinie in sicht!) aber dennoch nehme ich
    hier drueben alles viel lockerer als in der schweiz (yukontime!) und das macht lebensqualitaet aus.

    gruss martin stucki

  3. helene

    06.11.2007 19:57

    Heute ist meiner Mutter grad eben dasselbe passiert,
    der Eintrag entspricht in etwa unserem Tagesgespräch von heute - nämlich der ewige Mutter-Tochterclinch, bei mir ist nach dem Waschen gleich alles gebügelt und versorgt, oder ich nähe mir glaub rasch eine Tasche in meine neugekaufte Jacke die für Frauen ganz selten diese praktischen bereits vorhandenen Sicherheitstaschen enthalten wie für Männer! Sie jammerte dies dann sogleich einer Bekannten vor und oh Wunder - die nähte ihr innert weniger Minuten eine Tasche mit Reissverschluss fix und fertig rein - jetzt näht meine Mutter zuhause gerade voller Mut eine Hose die gekürzt werden muss, obwohl es nicht mehr ihre geliebte Bernina ist, mit welcher sie sehr gute Resultate erzielte, die ist nämlich vor Wochen implodiert - aus Alters-und Beliebtheitsgründen, sie nähert sich nun der ebenso alten Husquarna an, die mit Hilfe des Gatten dank der fehlenden Bedienungsanleitung nacherforscht und nachgelernt werden muss…Lieblingsmaschinen sind eben Lieblingsmaschinen nicht wahr! Mit lieben Grüssen aus Zürich, helene

  4. Roger Pfändler

    07.11.2007 8:36

    Hallo Ines und Edi
    schön mal was von euch zu lesen. Herzliche liebe Grüsse aus Thailand. ich bin an die Asiatische Sonne ausgewandert
    Roger Pfändler (der Fischerjunge vom schwarzen Hecht)

  5. Uschy Kramer

    02.08.2008 16:32

    Sali Ines und Edi
    Nun ist es schon über ein Jahr her (Juni 2007), seit wir euch in Nova Scotia besuchen durften. Wir hatten so viel Spass zusammen. Euch, als Touristen, in diesem riesigen Land zu finden, war eine Herausforderung.
    Wir sind richtig stolz, dass wir euch gefunden haben. Und habt ihr den Honig, die Schoggi und den Senf schon gierig verschlungen? Als wir zurück in der Schweiz waren, haben wir all unseren Bekannten und Arbeitskollegen die Fotos von uns gezeigt. War das ein Hallo. Ihr müsst wissen, dass alle euch immer noch lieben und kennen.
    Es war für uns ein einmaliges Erlebnis und vorallem wie nett und locker und ohne Allüren ihr uns empfangen habt.
    Wir werden euch nie vergessen und danken nochmals für die nette Bewirtung und den warmen Empfang in eurem schönen Haus, ganz oben auf dem Berg.
    Danke auch Dir, lieber Edi, dass wir deine tolle Eisenbahn sehen durften, dein Atelier und danke für das Büsi-Bild, dass Du uns geschenkt hast.
    In inniger Zuneigung
    Uschy Kramer und Dany Meister